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Berlin Art Week: 10 Tipps für 2020

Diese Lieblinge erwarten dich auf der Berlin Art Week 

Die Förderung zeitgenössischer Berliner Kunst ist für die GASAG eine Herzensangelegenheit. Neben dem GASAG Kunstpreis in Kooperation mit der Berlinischen Galerie und unserem Kunstraum mit wechselnden Ausstellungen am Hackeschen Markt, engagieren wir uns als Sponsor der Berlin Art Week.

Dieses Jahr findet die Berlin Art Week vom 09.–13. September berlinweit und mit neuen digitalen Zugängen statt. Es gibt ein vielfältiges Angebot an Ausstellungen, Preisverleihungen, Kunstführungen, Diskussionen und weiteren spannenden Veranstaltungen zu entdecken. Thomas Köhler, Direktor der Berlinischen Galerie, und Marc Bauer, GASAG Kunstpreisträger 2020, haben uns jeweils ihre fünf Highlights der Berlin Art Week verraten. Die zwei Insider beleuchten aus verschiedenen Perspektiven ihre Favoriten und geben dir eine Orientierungshilfe für deine persönliche Woche voller Kunst. In welche Locations sich ein Besuch besonders lohnt und die Werke welcher Künstler*innen es zu bestaunen gibt, erfährst du hier:

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l: Kindl – Zentrum für Zeitgenössische Kunst, Lerato Shadi, Lefa Le, 2019, Neonleuchtreklame Installation (Detail). Courtesy Lerato Shadi, Foto: dewil.ch (cc by-nc-nd), 2019; r: Kindl – Zentrum für Zeitgenössische Kunst, Nik Nowak, The Mantis, 2019. © Nik Nowak / VG Bild-Kunst, Bonn, 2020

Die Top Tipps von Thomas Köhler

1. c/o Berlin

Harald Hauswald Voll Das Leben! Retrospektive

Harald Hauswald ist ein Künstler der Sammlung der Berlinischen Galerie. Wir schätzen und lieben seine Werke: laute und schrille Punks, Hippies und küssende Pärchen in einem Meer voller Trabbis, kämpferische Fahnen und Demonstrant*innen auf dem Alexanderplatz und Schattengeschöpfe. Harald Hauswalds unverfälschte wie einfühlsame Bilder sind Zeugnisse des sozialistischen Alltags in der DDR, der Entwicklung des Ostberliner Stadtraums und des Wirkens von oppositionellen Gruppen und verschiedenen Jugendkulturen. Eine gewiss sehr sehenswerte Ausstellung bei C/O Berlin!

2. KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst

Vier Ausstellungseröffnungen

Das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst eröffnet am 12. September, im Rahmen der Berlin Art Week, gleich vier neue Ausstellungen, die einen Ausflug in die zum Ausstellungshaus umgebaute Brauerei in Neukölln lohnen: Nik Nowaks „Schizo Sonics“ Installation im Kesselhaus, „The Invented History“, eine Gruppenausstellung, Ann Orens neuen Film „Passage“ und Lerato Shadis Einzelausstellung „Maru a Pula is a Song of Happiness“ im Maschinenhaus M2. Nik Nowak war übrigens im Jahr 2014 unser GASAG-Kunstpreisträger! In „Schizo Sonics“ realisiert er eine raumgreifende audiovisuelle Installation aus zwei monumentalen Klangskulpturen. Ein Must-see und Must-hear!

3. Neuer Berliner Kunstverein (n.b.k.) 

Hans Haacke. 20 Jahre »Der Bevölkerung« im Deutschen Bundestag. Eine Projektdokumentation.

Hans Haacke bearbeitete den auf dem Giebel des Westportals des Reichstagsgebäudes angebrachten Schriftzug ›Dem Deutschen Volke‹. Der Künstler änderte jedoch die Widmung zu ›Der Bevölkerung‹ und lud alle Abgeordnet*innen ein, Erde aus ihrem Wahlkreis nach Berlin zu bringen, um sie in einem der Höfe Teil eines Kunstwerks werden zu lassen. Die damals von vielen Abgeordnet*innen boykottierte Aktion wird in diesem Jahr 20 Jahre alt!

4. nGbK/neue Gesellschaft für bildende Kunst

Revision: Peripherie als Ort – Das Hellersdorf-Projekt. Fotoserien von Helga Paris und Ulrich Wüst

Vor über zwanzig Jahren organisierte Ulrich Domröse, heute Kurator für Fotografie an der Berlinischen Galerie, die Ausstellung ›Peripherie als Ort – Das Hellersdorf-Projekt‹, die erstmals in der nGbK in Kreuzberg gezeigt wurde. Nun präsentiert die nGbK noch einmal zwei der damals gezeigten Fotoserien – die Stadtaufnahmen von Ulrich Wüst sowie die Jugendlichen-Porträts von Helga Paris – in ihrer Zweigstelle „urbaner kulturen“ in Hellersdorf. Ein Highlight, das man sich in Hellersdorf nicht entgehen lassen sollte.

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l: Palais Populaire, Tokihiro Sato, Yura #333, 1998, Silbergelatine-Abzug. © Tokihiro Sato; r: Haus der der Kulturen der Welt, Aby Warburg, Neapel, Italien, Mai 1929. Courtesy of The Warburg Institute, London

5. Palais Populaire

Cao Fei. Whose Utopia?

Im Palais Populaire zeigt die Kunsthalle Deutsche Bank ehrgeizige Ausstellungen internationaler zeitgenössischer Kunst. Der Film ›Whose Utopia?‹ (2006) der chinesischen Medienkünstlerin Cao Fei wird im Rahmen der Berlin Art Week gezeigt. Für ihre Video- und Fotoserie arbeitete die Künstlerin sechs Monate lang in einer Glühbirnenfabrik im Pearl River Delta in China. Während dieser Zeit hielt sie Workshops mit jungen Arbeiter*innen ab, in denen sie sie ermutigte, ihre eigenen utopischen Ideen mitzuteilen und ihre Wünsche für die Zukunft in Performances direkt in der Fabrikhalle umzusetzen.

Marc Bauers Favoriten

6. Aby Warburg: Bilderatlas Mnemosyne – Das Original

Haus der Kulturen der Welt (HKW)

In den 1920er Jahren entwickelte der Kunst- und Kulturwissenschaftler Aby Warburg (1866–1929) seinen Bilderatlas Mnemosyne, der wiederkehrende visuelle Themen und Muster von der Antike über die Renaissance bis zur Gegenwartskultur nachzeichnet. Aby Warburgs Methode setzte neue Maßstäbe: Er ordnete kanonisierte Bilder neu an und betrachtete sie epochenübergreifend; sein Projekt war grundlegend für die heutigen Disziplinen der Bild- und Medienwissenschaften. Die Ausstellung stellt die letzte dokumentierte Version des Atlas von 1929 nahezu vollständig mit den Originalabbildungen wieder her: Dafür haben die Kuratoren Roberto Ohrt und Axel Heil in Zusammenarbeit mit dem Warburg Institute London den größten Teil der originalen, teils mehrfarbigen 971 Abbildungen in der Photographic Collection des Instituts aufgespürt – und präsentieren zum ersten Mal nach Warburgs Tod die 63 Tafeln seines unvollendeten Hauptwerks. Publikation im Folio-Format im Hatje Cantz Verlag. Im Rahmen von Das Neue Alphabet.

7. Otobong Nkanga: There’s No Such Thing as Solid Ground

Gropius Bau

Otobong Nkangas Interesse gilt der komplexen Beziehung zwischen Mensch und Land, die sie in ihren Arbeiten im Spannungsfeld von ausbeuterischen Extraktionsverfahren und Strukturen von Reparatur und Fürsorge untersucht. Nach ihrem einjährigen Aufenthalt als In House: Artist in Residence 2019 im Gropius Bau bietet die Einzelausstellung einen Einblick in zentrale Fragestellungen ihres Schaffens.

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Gropius Bau, Otobong Nkanga, Solid Maneuvers, 2015, verschiedene Metalle, Forex, Acryl, Teer, Salz, Make-up, Vermiculit, roter Sand, Schwermineralsand, expandiertes Vermiculit, variable Abmessungen. © Otobong Nkanga, Foto: Helena Schlichting

8. Nona Inescu, Jimmy Robert, Sung Tieu: Touch

PELES EMPIRE

Peles Empire nennt sich das 2005 gegründete Künstlerinnenduo Katharina Stöver und Barbara Wolff. Das namengebende rumänische Schloss Peles wurde mit seinen historistischen Räumen auch zum Material ihrer Kunst. Durch Fotokopieren, Zitieren und Collagieren schaffen sie raumfüllende Installationen, bei denen Original und Abbild, Zwei- und Dreidimensionalität verschwimmen. Zur Berlin Art Week zeigen sie in ihrem Projektraum Werke von Nona Inescu, Jimmy Robert und Sung Tieu.

9. Nik Nowak: Schizo Sonics / Ann Oren: passage

Kindl – Zentrum für zeitgenössische Kunst

Nik Nowak (*1981 in Mainz, lebt in Berlin) setzt sich in seiner künstlerischen Arbeit kritisch mit der Verwendung von Klang als Waffe und Propagandamedium auseinander. Im Kesselhaus des Kindl realisiert er eine raumgreifende audiovisuelle Installation aus zwei monumentalen Klangskulpturen. Darin verwendet er unter anderem Audiomaterial vom ›Studio am Stacheldraht‹ aus dem sogenannten Lautsprecherkrieg, der mit akustischen Mitteln von 1961 bis 1965 an der deutsch-deutschen Grenze geführt wurde. 

Der M1 VideoSpace im Maschinenhaus des KINDL ist ein neu geschaffener Präsentationsraum für Videoarbeiten internationaler Künstler*innen. Eröffnet wird der Raum mit dem neuesten Film Passage (2020) von Ann Oren (*1979 in Tel Aviv, lebt in Berlin), den die Künstlerin als Installation um Aspekte des Olfaktorischen und des Haptischen erweitert. Oren reflektiert darin über die Grenzen zwischen dem Humanen und dem Animalischen, über fiktive Geschlechterrollen und ihre Überwindung wie auch die frühen filmischen Experimente Eadweard Muybridges.

Beide Ausstellungen werden von Kathrin Becker kuratiert.

10. Radikale Passivität: Politiken des Fleisches

neue Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK)

Mit: aLifveForms (cared for by J.P. Raether), Jimmy DeSana, Sophia Eisenhut/ Christian Kölbl, Till Gathmann, Oliver Husain/ Kerstin Schroedinger, Jeroen Jacobs, KAYA, Richard Kern/ Lydia Lunch, Jutta Koether, Andreas Langfeld, Deana Lawson, Lee Lozano, N.O. Madski, Sidsel Meineche Hansen, Henrik Olesen, Ovartaci, Vika Prokopaviciute, Eran Schaerf, Alina Szapocznikow, Paul Thek, Wu Tsang, Clemens von Wedemeyer, Marianne Wex, Andrea Winkler u.a.